Eine Naturgewalt!
- Früher Ertragsweizen
- Extrem starke Herbstentwicklung
- Sehr gute Kompensationsleistung
- Für schwierige Standorte geeignet
- Übersteht sehr gut Trockenphasen
- Sehr kurz im Stroh
- Reagiert kaum auf hohe Herbizidmengen
| Qualität | B |
| Zulassungsjahr | 2023 in FR |
| …-Typ | Kompensationstyp |
| Eignung für Stoppelsaat | gut geeignet |
| Winterhärte | – |
| Standfestigkeit | mittel |
| Reife | früh-mittel |
| Auswuchsgefahr | gering |
| Fusarium-Anfälligkeit | mittel |
Hinweis: Die dargestellten Eigenschaften, Daten und Grafiken geben die Erkenntnisse aus Wertprüfungen, Landessortenversuchen und Eigenversuchen wieder. Wir übernehmen keine Haftung für die Angaben. Auswahl der Vergleichssorten durch SECOBRA Saatzucht GmbH. Stand: April 2026
Sortenprofil & Stärken
KINGKONG ist ein sehr früher, ertragsstarker Kompensationsweizen aus dem Hause SECOBRA Recherches, der 2023 in Frankreich zugelassen wurde und nun auch für den deutschen Markt verfügbar ist. Sein Markenzeichen ist eine außergewöhnlich kräftige Herbstentwicklung: Kaum eine andere Sorte im SECOBRA-Programm hat vor Winterbeginn so schnell Blattmasse gebildet und bestockt ordentlich. Diese frühe Entwicklung verschafft KINGKONG einen echten Entwicklungsvorsprung, der sich bis in den Frühsommer hinein bemerkbar macht.
Als klassischer Kompensationstyp setzt KINGKONG weniger auf viele, sondern auf gut besetzte Ähren: Die Kornzahl je Ähre fällt überdurchschnittlich aus, während das Tausendkorngewicht moderater ausfällt. In Kombination mit der zügigen Jugendentwicklung ergibt das ein sehr hohes Ertragspotenzial, das die Sorte auch unter erschwerten Bedingungen zuverlässig abrufen kann. Genau hier liegt die zentrale Stärke von KINGKONG: Er ist für Standorte verwendbar, an denen andere Sorten an ihre Grenzen kommen – sei es durch Trockenstress, unregelmäßige Wasserversorgung oder generell schwierige Bodenverhältnisse.
Bei der Pflanzengesundheit punktet KINGKONG vor allem im Blattbereich: Gegen Gelbrost und Mehltau zeigt die Sorte eine sehr geringe Anfälligkeit – zwei der wirtschaftlich bedeutendsten Blattkrankheiten im Winterweizen sind damit gut im Griff. Der kurze, kompakte Wuchs sorgt zusätzlich für ein stabiles Erscheinungsbild im Bestand. Ein weiterer praktischer Vorteil: KINGKONG reagiert kaum auf hohe Herbizidmengen, was der Sorte auf Flächen mit anspruchsvollem Unkrautdruck zusätzliche Flexibilität bei der Herbizidstrategie gibt.
Kompensationstyp mit früher Reife
Die frühe bis mittlere Reife von KINGKONG verkürzt das Erntefenster nach vorne und reduziert damit das Risiko, in eine ungünstige Erntewitterung zu geraten. Gerade in Jahren mit früh einsetzender Sommertrockenheit kann dieser Zeitvorsprung über die Ertragsdifferenz zu spätreiferen Sorten entscheiden. Die Standfestigkeit wird sortentypisch mit „mittel“ eingestuft; der sehr kurze Wuchs wirkt dem jedoch entgegen und macht die Bestandesführung in der Praxis unkompliziert.
Anbauempfehlung
Standortwahl
KINGKONG ist gezielt für Standorte konzipiert, die nicht zu den Toplagen zählen: leichtere Böden, Grenzstandorte mit eingeschränkter Wasserspeicherkapazität oder Flächen mit unregelmäßiger Niederschlagsverteilung. Dank der extrem starken Herbstentwicklung erschließt die Sorte schon früh ein tragfähiges Wurzel- und Bestockungssystem, das ihr auch in trockeneren Frühjahrs- und Frühsommerphasen einen Wasser- und Nährstoffvorteil verschafft. Auf guten, tiefgründigen Böden lässt sich das hohe Ertragspotenzial selbstverständlich ebenso ausschöpfen.
Aussaatfenster und Saatstärke
Aufgrund der sehr kräftigen Herbstentwicklung eignet sich KINGKONG gut für die klassische Aussaatzeit von Mitte September bis Anfang Oktober; die Sorte ist zudem für die Stoppelsaat gut geeignet und lässt sich damit auch nach früh räumenden Vorfrüchten flexibel einsetzen. Bei normaler Aussaatstärke sind rund 250–300 keimfähige Körner pro Quadratmeter ein praxisüblicher Richtwert. Wegen der raschen Jugendentwicklung und der hohen Kompensationsfähigkeit muss bei planmäßiger Aussaat nicht zwingend am oberen Ende dieser Spanne gesät werden; bei späteren Terminen oder ungünstigeren Bedingungen kann die Menge in gewohnter Praxis auf bis zu 350 Körner/m² erhöht werden.
Düngung und Wachstumsregler
Da KINGKONG als Kompensationstyp seinen Ertrag stark über die Ährenanlage aufbaut, sollte die N-Versorgung in der Bestockungsphase besonders sorgfältig gesteuert werden, um die Anlage ausreichend vieler, gut besetzter Ähren zu unterstützen. Bei mittlerer Standfestigkeit und gleichzeitig sehr kurzem Wuchs genügt in der Regel ein Standard-Wachstumsreglerprogramm; auf intensiveren Standorten oder bei sehr frühen, dichten Beständen kann eine zusätzliche Absicherung in EC 30–32 sinnvoll sein.
Krankheitsresistenzen & Pflanzengesundheit
- Sehr geringe Anfälligkeit gegenüber Gelbrost – eine der stärksten Einstufungen im aktuellen SECOBRA-Sortiment
- Sehr geringe Anfälligkeit gegenüber Mehltau
- Mittlere Anfälligkeit gegenüber Braunrost – regelmäßige Bestandeskontrolle empfohlen
- Mittlere Anfälligkeit gegenüber Ährenfusarium und Blattseptoria – bei Mais-Vorfrucht oder feucht-warmer Blütewitterung sollte eine gezielte Ährenbehandlung eingeplant werden
- Eher geringe Auswuchsgefahr
Die ausgeprägte Blattgesundheit gegen Gelbrost und Mehltau ist der agronomische Kern von KINGKONG. Beide Krankheiten zählen zu den Hauptrisikofaktoren im deutschen Winterweizenanbau, insbesondere bei früher Saat und dichten Beständen – genau dort spielt KINGKONG seine Resistenzstärke aus und erlaubt eine reduzierte, risikobasierte Fungizidstrategie. Bei Braunrost, Blattseptoria und Ährenfusarium bewegt sich die Sorte im mittleren Bereich, sodass die übliche Kammerberatung mit Blattbehandlungen in EC 31–39 sowie einer bedarfsgerechten Ährenspritzung zur Blüte weiterhin Bestandteil eines soliden Pflanzenschutzkonzepts bleibt.
Ertrag & Wirtschaftlichkeit
KINGKONG ist in erster Linie als Ertragssorte positioniert: Die Kombination aus extrem starker Herbstentwicklung, hoher Kornzahl je Ähre und guter Kompensationsleistung ermöglicht ein sehr hohes Ertragspotenzial – auch dann, wenn Standort oder Witterung nicht optimal sind. Gerade auf schwierigen, trockenheitsgefährdeten Flächen kann KINGKONG dadurch einen Ertragsvorteil gegenüber Sorten realisieren, die auf gleichmäßige, gute Wasserversorgung angewiesen sind. Da die Sorte in Deutschland noch neu eingeführt wird, basiert diese Einschätzung auf der Zulassungsprüfung in Frankreich (2023) sowie den agronomischen Kenndaten aus der Sortenbeschreibung; erste eigene Landessortenversuchsergebnisse für deutsche Standorte werden sukzessive folgen.
Wirtschaftlich spricht für KINGKONG vor allem das günstige Verhältnis aus Ertragspotenzial und Anbausicherheit auf Grenzstandorten: Wo andere Sorten in Trockenjahren deutlich einbrechen, kann KINGKONG dank seiner frühen Entwicklung und Kompensationsfähigkeit Ertragsverluste abfedern. Die als Qualitätsgruppe B eingestufte Sorte richtet sich an Betriebe, die auf verlässliche Erntemengen statt auf Spitzenprotein setzen – der Rohproteingehalt fällt sortentypisch moderat aus, was bei der Vermarktungsplanung berücksichtigt werden sollte.
Einsatzbereiche & Praxiseignung
KINGKONG ist die richtige Wahl für Betriebe, die einen frühen, robusten Ertragsweizen für anspruchsvolle Standorte suchen. Die Sorte eignet sich besonders für:
- Trockenheitsgefährdete Lagen, in denen die frühe Entwicklung einen entscheidenden Wasser- und Zeitvorsprung verschafft
- Grenzstandorte und schwierige Böden, auf denen viele andere Sorten an ihre Grenzen stoßen
- Stoppelsaat nach früh räumenden Vorfrüchten dank guter Eignung für diesen Anbautermin
- Betriebe mit hohem Unkrautdruck, die von der geringen Herbizidempfindlichkeit profitieren und dadurch mehr Spielraum bei der Wirkstoffwahl haben
- Frühräumende Fruchtfolgen, in denen ein zeitiger Erntetermin logistische Vorteile bringt
Durch den kurzen Wuchs bleibt der Bestand auch bei intensiverer Führung übersichtlich, während die geringe Anfälligkeit für Gelbrost und Mehltau den Pflanzenschutzaufwand im Blattbereich reduziert. In der Fruchtfolge fügt sich KINGKONG damit als verlässlicher, unkomplizierter Partner ein – insbesondere dort, wo Standortrisiken bislang das Ertragsvermögen anderer Weizensorten begrenzt haben.
KINGKONG passt zu dir, wenn …
- du einen sehr frühen Winterweizen mit extrem starker Herbst- und Jugendentwicklung suchst,
- deine Flächen zu Trockenphasen oder schwierigen Standortbedingungen neigen,
- du auf Stoppelsaat setzt und Flexibilität beim Aussaattermin brauchst,
- dir eine geringe Gelbrost- und Mehltauanfälligkeit wichtig ist,
- und du eine Sorte suchst, die auch bei höheren Herbizidmengen keine Probleme macht.
Praxisvorteile auf einen Blick
- Extrem starke Herbstentwicklung: Schneller Bestandesaufbau vor dem Winter
- Sehr hohes Ertragspotenzial: Insbesondere durch hohe Kornzahl je Ähre
- Gute Kompensationsleistung: Gleicht ungünstige Bedingungen im Bestand aus
- Trockentolerant: Übersteht Trockenphasen dank früher Wurzel- und Bestockungsentwicklung
- Sehr kurz im Stroh: Übersichtlicher, kompakter Bestand
- Sehr geringe Anfälligkeit für Gelbrost und Mehltau: Reduzierter Fungizidbedarf im Blattbereich
- Geringe Herbizidempfindlichkeit: Mehr Flexibilität bei der Unkrautbekämpfung
- Gut geeignet für Stoppelsaat: Flexibel einsetzbar nach früh räumenden Vorfrüchten
FAQ zu KINGKONG
Was zeichnet KINGKONG aus?
KINGKONG ist ein sehr früher, ertragsstarker B-Winterweizen vom Kompensationstyp mit einer außergewöhnlich starken Herbstentwicklung. Er überzeugt durch sehr gute Trockentoleranz, sehr geringe Anfälligkeit für Gelbrost und Mehltau sowie einen kurzen, kompakten Wuchs. Die Sorte wurde 2023 in Frankreich zugelassen und ist seit 2025 auch in Deutschland verfügbar.
Für welche Standorte eignet sich KINGKONG?
KINGKONG ist gezielt für schwierige, trockenheitsgefährdete und ertragsmäßig eingeschränkte Standorte konzipiert. Dank seiner frühen und kräftigen Entwicklung kompensiert die Sorte ungünstige Wachstumsbedingungen und liefert auch dort verlässliche Erträge, wo andere Sorten an ihre Grenzen stoßen. Auf guten Böden lässt sich das Ertragspotenzial ebenso voll ausschöpfen.
Welche Vorteile bietet die Sorte im Anbau?
Praxisrelevant sind vor allem die extrem starke Herbstentwicklung, die gute Kompensationsleistung, die Eignung für Stoppelsaat sowie die sehr geringe Anfälligkeit für Gelbrost und Mehltau. Hinzu kommt die geringe Empfindlichkeit gegenüber hohen Herbizidmengen, die zusätzliche Sicherheit bei der Unkrautbekämpfung schafft.
Worauf sollte man bei Pflanzenschutz und Bestandesführung achten?
Da KINGKONG bei Braunrost, Blattseptoria und Ährenfusarium eine mittlere Anfälligkeit zeigt, sollten Bestände regelmäßig kontrolliert und – insbesondere nach Mais oder bei feucht-warmer Blütewitterung – eine gezielte Ährenbehandlung eingeplant werden. Bei mittlerer Standfestigkeit empfiehlt sich in intensiveren Beständen ein Standard-Wachstumsreglerprogramm.
Ist KINGKONG für alle Betriebstypen geeignet?
KINGKONG richtet sich besonders an Betriebe mit Grenzstandorten, Trockenlagen oder Bedarf an flexibler Stoppelsaat. Für Betriebe mit Fokus auf Backqualität und hohem Rohproteingehalt sind andere Sorten im SECOBRA-Portfolio, etwa die Sorten AMBIENTUS oder EMMERTO, unter Umständen die passendere Wahl.