Unsere Sorten
Sommergerste
Sommergerste ist ein echtes Multitalent: Sie liefert erstklassige Körner für die Brauindustrie, ist eine wertvolle Futterquelle und überzeugt durch ihre schnelle Entwicklung und hohe Ertragsstabilität. Bei Secobra setzen wir auf leistungsstarke Sorten, die perfekt auf die Bedürfnisse moderner Landwirtschaft abgestimmt sind.
| Sorten | Qualität | Zulassungsjahr | Vertrieb über | PDF zum Download |
|---|---|---|---|---|
| OSTARA | Brau | 2023 | international | ja |
Sommergerste – Vielfalt, Ertrag und Qualität
Sommergerste ist eine anspruchslose und vielseitige Getreideart. Als „echtes Multitalent“ liefert sie hochwertige Körner für die Brauindustrie (Malzproduktion) und dient zugleich als energiereiches Futtergetreide. Dabei ist Sommergerste besonders anpassungsfähig: Sie verträgt unterschiedliche Bodenarten und sogar trockene Sommer besser als manch andere Kultur. Mit einer Vegetationsdauer von nur etwa 100–130 Tagen reift sie früh und erlaubt somit flexible Fruchtfolgen – ideal etwa als schnell nachwachsendes Zwischen- oder Sommerschlaggetreide.
Vorteile auf einen Blick:
- Kurze Vegetationsdauer: Nur ca. 100–130 Tage im Feld – ideal für Nach- und Zwischenfruchtfolgen sowie späte Aussaaten.
- Hohe Malzqualität: Beste Malzeigenschaften durch niedrigen Rohproteingehalt und hohen Vollkornanteil – perfekte Grundlage für Malz und Bier.
- Vielseitige Nutzung: Eignet sich gleichermaßen als Braugerste und als energiereiches Futtergetreide.
- Robust und anpassungsfähig: Anspruchslos auf Böden und bei Hitze bzw. Trockenheit.
Agronomische Eigenschaften und Anbaubedingungen
Vegetationsdauer und Aussaat:
Sommergerste wird im Frühjahr gesät (in niedrigen Lagen schon ab Ende Februar bis März; in Höhenlagen gelegentlich auch etwas später). Die frühe Saat ermöglicht eine lange Bestockungsphase. Die Ernte erfolgt meist im Juli. Im Unterschied zur Wintergerste benötigt Sommergerste keinen Vernalisationsreiz (Winterkälteeinwirkung). Ihre kurze Kulturentwicklung führt allerdings dazu, dass Sommergerste in der Regel etwas ertragsärmer ist als Wintergerste: Wintergerste erreicht unter vergleichbaren Bedingungen meist 20–25 % höhere Körnerträge. In Deutschland liegen die typischen Erträge für Sommergerste oft um 55–60 dt/ha (4–6 t/ha), während bei Bewässerung und neuen Sorten auch über 8 t/ha erreicht werden können.
Standortbedingungen:
Sommergerste bevorzugt gut durchlässige, mittlere Böden mit neutralem bis leicht alkalischem pH. Optimal ist ein Bodenkontakt-pH von ca. 5,5–6,0 auf leichten und 6,5–7,0 auf schweren Standorten. Staunässe ist zu vermeiden. Durch die frühe Aussaat und Ernte passt Sommergerste gut in vielfältige Fruchtfolgen: Sie dient zum Beispiel als Zwischenfrucht, als Vorfrucht für Winterraps oder als Abschluss der Fruchtfolge vor Herbstfrüchten. Die frühe Abreife reduziert zudem den Krankheits- und Unkrautdruck im Ackerbau. Aufgrund des schnellen Wachstums sind Bestandsdichten von etwa 300–350 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter zu empfehlen (Reihenabstand ca. 9–13 cm, Aussaatstärke rund 280–370 Körner/m²). Die Saattiefe liegt idealerweise bei 2–4 cm.
Stickstoffmanagement:
Für die Brau- und Futtergerste ist eine gezielte N-Versorgung entscheidend. Da die Vegetationszeit kurz ist, sollte ein Großteil des Stickstoffs früh zugeführt werden. Fachempfehlungen empfehlen, mindestens 60 % des gesamten N‑Düngebedarfs bereits bei der Saat auszubringen. Auf Kalkammonsalpeter (N NO₃) zu setzen, kann die N-Aufnahme beschleunigen und Ammoniakverluste minimieren. Gülle ist weniger geeignet, da die N‑Freisetzung zu spät einsetzt und den Proteingehalt unnötig in die Höhe treiben kann. Ziel ist bei Braugerste meist ein Rohproteingehalt von ca. 9,5–11,5 % (sonst wird bei >12 % mit Preisabschlägen gerechnet). Da geringe Eiweißgehalte (<9,5 %) aber ebenfalls nicht optimal sind, muss die Stickstoffmenge sorgfältig auf das erwartete Ertragspotenzial abgestimmt werden.
Weitere Kulturführung:
Sommergerste benötigt – verglichen mit langjährigen Kulturpflanzen – tendenziell weniger Fungizide und Wachstumsregler. Für Qualitäts-Sorten (Braugerste) sind jedoch hohe Keimfähigkeit (>95 %) und niedriger Feuchtegehalt (<14,5 %) nach der Ernte wichtig. Die Fruchtfolgeverträglichkeit ist gut: Sommergerste kann zur Auflockerung der Fruchtfolge beitragen und Vorfrüchte gut verwerten, da ihre tiefen Wurzeln Bodenlockerung unterstützen und Nährstoffe bis in tiefere Schichten aufnehmen. Aufgrund des frühen Erntetermins entlastet sie die Ernteplanung im Sommer und bietet Planungssicherheit.
Nutzung & Marktanforderungen
Braugerste (Malzgerste)
Sommergerste bildet die Basis für hochwertiges Malz und Bier. Sie wird bevorzugt als zweizeilige Sorte angebaut, da diese besonders große, gleichmäßige Körner mit hohem Schrotvolumen ausbildet. Bei Braugerste stehen folgende Qualitätskriterien im Vordergrund: hoher Vollgerstenanteil (≥90 % der Körner über 2,5 mm Durchmesser), Keimfähigkeit >95 % und niedriges Rohprotein (idealerweise 9,5–11,5 %). Diese Voraussetzungen sichern eine optimale Malz- und Bierqualität. Braugerste muss nach dem Reinheitsgebot strenge Kriterien erfüllen, da sonst Mälzereien den Rohstoff nur mit Preisabschlag annehmen. Deshalb bevorzugen die Abnehmer empfohlene Sorten, die im sogenannten „Berliner Programm“ getestet sind. In der Praxis werden Zweizeilige Sommergersten durch die Brauindustrie stark nachgefragt. Für Landwirte bedeutet das: Bei Einhaltung der Qualitätsvorgaben kann Braugerste hohe Deckungsbeiträge liefern – die Preisbildung folgt hier jedoch starken Marktzyklen und Vertragsbedingungen.
Typische Einsatzbereiche
Futtergerste
Sommergerste eignet sich ebenso hervorragend als Futtergetreide. Sie liefert viel Stärke und ist gut verdaulich – eine wertvolle Energiequelle für Schweine, Rinder und Geflügel. Als Futtergerste werden oft Ertragssorten mit etwas höheren Rohproteingehalten eingesetzt (z. B. sechszeilige Winter- oder Sommergerste). In der Tierernährung schätzt man Gerste neben Weizen für ihren Stärke- und Fasergehalt. In der Praxis geht ein Teil der Sommergerstenernte an Viehzüchter, insbesondere in Mastbetrieben. Weltweit fließt über zwei Drittel der Gerste in die Tierfütterung – in Deutschland wird Wintergerste fast ausschließlich verfüttert, während Sommergerste sowohl an die Mälzereien als auch an die Futterwirtschaft geliefert wird.
- Malz- und Bierproduktion: Brauereien und Mälzereien verarbeiten Sommer-Braugerste zu Malz für Bier, Whiskey, Spirituosen oder Backmalz.
- Tierernährung: Schweine-, Rinder- und Geflügelmast – Sommergerste dient als konventionelles Energie- und Ballastfutter.
- Lebensmittel und Industrie: Teil der Ernte fließt in Lebensmittel (z. B. Gerstengraupen) oder die Bioenergie-Produktion (Biogas).
Sortenwahl & betriebliche Strategie
Für optimale Ergebnisse ist die passende Sorte entscheidend. Entscheider wählen Braugersten-Sorten nach Kriterien wie Ertragspotenzial, hohem Vollkornanteil und Resistenz gegen Blattkrankheiten (z. B. Netzflecken, Zwergrost). Für Braugerste sind auch Halmstabilität und Reifezeit wichtig. Futtergersten-Sorten prioritär auf Standfestigkeit, Ertrag und gegebenenfalls höhere Eiweißgehalte. Moderne Sommergersten-Sorten liefern hohe und stabile Erträge und bestechen durch breite Resistenzen – das verbessert die Ertragssicherheit bei wechselnden Bedingungen.
Betriebliche Strategie: Sommergerste erlaubt eine flexible Fruchtfolgegestaltung: Sie kann nach Frühsaatkartoffeln oder Winterraps folgen, um z. B. künftige Mais- oder Rapsflächen zu entlasten. Die frühe Erntezeit gibt Spielraum für nachfolgende Kulturen oder Zwischenfrüchte und entzerrt Ernte-Spitzenzeiten. Da der Braugerstenmarkt sehr stark von Angebot und Nachfrage beeinflusst wird, lohnt sich oft der Abschluss von Lieferverträgen. Dank der effizienten Nutzung und des geringen Stickstoffbedarfs trägt Sommergerste zu einem kostensparenden und umweltfreundlichen Anbausystem bei. Bei SECOBRA Saatzucht finden Landwirte eine Auswahl an leistungsstarken Sorten (z.B. die Sorte „Ostara“). Auf den Herstellerunterseiten können alle Sorteneigenschaften und Anbauempfehlungen eingesehen werden, sodass Sie die ideale Sorte für Ihren Betrieb finden.
Fazit: Sommergerste – Schnell, hochwertig und zuverlässig
Die Sommergerste ist eine wirtschaftlich attraktive und nachhaltige Kultur: Sie bietet durch ihre kurze Vegetationsdauer und Anpassungsfähigkeit Planungssicherheit und Diversität in der Fruchtfolge. Für Braugerstenanbauer erfüllt sie höchste Qualitätsansprüche (Malz- und Bierproduktion), während sie gleichzeitig als Futtergetreide überzeugt. Mit hochwertigen Sorten (z. B. aus dem Secobra-Programm) sichern Sie sich stabile Erträge bei maximaler Nutzungssicherheit – und damit eine zuverlässige Grundlage für Ihren landwirtschaftlichen Erfolg.
FAQ:
Wann ist Sommergerste die richtige Wahl?
Sommergerste eignet sich besonders dort, wo flexibel in der Fruchtfolge geplant wird. Ihre kurze Vegetationsdauer (100–130 Tage) erlaubt späte Aussaaten und Entzerrung von Erntezeitpunkten. Sie ist ideal als schnelle Zwischen- oder Frühjahrskultur, z. B. nach Winterraps oder vor Sommermais.
Welche Unterschiede gibt es zu Wintergerste?
Wintergerste wird bereits im Herbst gesät und bleibt über den Winter stehen, wodurch sie generell höhere Erträge liefert (etwa 20–25 % über denen der Sommergerste). Sommergerste hingegen kommt ohne Winterkälteeinwirkung aus und hat eine kürzere Vegetationsperiode. Dafür ist ihr Eiweißgehalt natürlicherweise niedriger, was sie für Brauzwecke besonders geeignet macht.
Welche Anforderungen stellt die Braugerstenproduktion?
Braugerste muss höchste Malzqualität liefern: Sie benötigt hohe Keimfähigkeit (>95 %), niedrige Feuchte (<15 %) und einen Rohproteingehalt um 9,5–11,5 %. Mindestens 85–90 % der Körner sollen über 2,5 mm Durchmesser (Vollgerstenanteil) liegen. Primär zweizeilige Sorten kommen hierfür infrage. Wird eine dieser Spezifikationen nicht erreicht, wird die Ernte in der Regel nur als Futtergerste verwertet.
Welche Standortbedingungen sind optimal?
Sommergerste gedeiht am besten auf tiefgründigen, mittleren Ackerböden mit pH-Werten um 6–7. Der Boden darf nicht zu nass sein. Wichtig ist eine ausreichende Wasserversorgung im Frühsommer, da die Erträge dann stark steigen können. Trockenheit während der kritischen Kornfüllung wirkt sich hingegen besonders negativ aus.
Wie wirkt sich Sommergerste auf die Fruchtfolge aus?
Sommergerste erweitert die Fruchtfolge und hilft, Krankheits- und Unkrautdruck zu mindern. Nach Sommergerste kann beispielsweise im Spätsommer noch eine Grünfutter- oder Zwischenfrucht angesät werden. Durch den verhältnismäßig geringen Düngemitteleinsatz und die frühe Ernte trägt Sommergerste zudem zu einer ressourcenschonenden Betriebsstrategie bei.
